Typische Einsatzanlässe
Ein Interim CFO wird selten aus Bequemlichkeit geholt. In aller Regel steht ein konkreter Anlass dahinter, der keinen Aufschub duldet:
- Vakanz-Überbrückung: Der bisherige CFO oder kaufmännische Leiter ist ausgefallen oder ausgeschieden. Die Nachbesetzung dauert erfahrungsgemäß vier bis neun Monate — diese Lücke darf das Berichtswesen nicht ausbaden.
- Restrukturierung: Liquidität wird knapp, Banken verlangen belastbare Planungen, Gesellschafter erwarten Transparenz. Hier zählt, dass jemand die Zahlen schnell beherrscht und unbequeme Aussagen belegen kann.
- Transaktionsvorbereitung: Vor einem Verkauf oder einer Beteiligung muss die Finanzfunktion due-diligence-fest sein — saubere Abgrenzungen, nachvollziehbare Zahlenreihen, dokumentierte Verrechnungspreise.
- Wachstumssprung: Die Organisation ist schneller gewachsen als ihre Finanzprozesse. Monatsabschlüsse dauern drei Wochen, Forecasts entstehen in Excel-Inseln.
- Systemwechsel: Eine ERP-Einführung bindet die gesamte kaufmännische Führung — das Tagesgeschäft braucht parallel jemanden, der es trägt.
Was ich übernehme
Der Zuschnitt richtet sich nach dem Anlass. In den meisten Mandaten gehören diese Punkte dazu:
- Gesamtverantwortung für Rechnungswesen, Controlling und Treasury
- Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse nach HGB, IFRS und US-GAAP
- Liquiditätssteuerung, rollierende Forecasts und Cash-Management über Ländergrenzen
- Kommunikation mit Banken, Wirtschaftsprüfern, Gesellschaftern und Investoren
- Führung und Weiterentwicklung der Finance-Teams, auch über mehrere Standorte
- Aufbau belastbarer Reporting-Strukturen, die nach dem Mandat weiterlaufen
Ein Interim CFO berät nicht, sondern entscheidet und verantwortet. Er sitzt in der Linie, trägt Prokura oder Geschäftsführungsverantwortung und ist gegenüber Banken und Gesellschaftern Ansprechpartner — nicht Zulieferer einer Empfehlung.
Wie ein Mandat abläuft
- Erstgespräch (kostenfrei). Anlass, Erwartung und Zeitrahmen klären. Dauer etwa eine Stunde, telefonisch oder per Video.
- Kurzanalyse. Sichtung der wesentlichen Unterlagen — letzter Abschluss, aktuelle Planung, Organigramm der Finanzfunktion. Daraus entsteht eine schriftliche Einschätzung mit Zielbild und Mandatsumfang.
- Mandatsvereinbarung. Laufzeit, Einsatztage pro Woche, Tagessatz und Zielsetzung werden schriftlich fixiert — inklusive Ausstiegsregelung.
- Umsetzung. Übernahme der Verantwortung, in den ersten zwei Wochen mit Schwerpunkt auf Liquidität und Berichtsfähigkeit.
- Übergabe. Dokumentation, Einarbeitung der Nachfolge und ein definierter Endpunkt. Ein gutes Mandat macht sich überflüssig.
Hintergrund
Über 15 Jahre Finanzverantwortung, zuletzt als CFO und Vorstandsmitglied eines Loyalty-Spezialisten sowie als Finance Director einer internationalen Marketinggruppe mit rund 170 Mio. Euro Jahresumsatz und zehn Gesellschaften. Abschlusssicher nach HGB, IFRS und US-GAAP, erfahren in SOX-Umgebungen, Verrechnungspreisdokumentation und konzernweitem Cash-Management.
Der vollständige Werdegang mit allen Stationen steht im Profil und Lebenslauf.
Häufige Fragen
Wann ist ein Interim CFO sinnvoll?
Typische Anlässe sind der kurzfristige Ausfall oder Weggang des bisherigen CFO, eine Restrukturierung, die Vorbereitung oder Begleitung einer Transaktion, ein ERP-Wechsel oder starkes Wachstum, dem die Finanzorganisation nicht mehr folgt.
Wie schnell kann ein Interim CFO starten?
Ein Mandat beginnt in der Regel innerhalb von ein bis drei Wochen nach dem Erstgespräch. Bei akuten Vakanzen ist ein Start innerhalb weniger Tage möglich.
Wie lange dauert ein Mandat typischerweise?
Übliche Laufzeiten liegen zwischen drei und zwölf Monaten. Vakanz-Überbrückungen enden mit der Besetzung der Festposition, Projektmandate mit dem Erreichen des definierten Ziels.
Was kostet ein Interim CFO?
Abgerechnet wird auf Tagessatzbasis. Die Höhe hängt von Mandatsumfang, Laufzeit, Reiseanteil und Verantwortungstiefe ab. Welche Faktoren den Satz bestimmen, steht unter Tagessatz Interim CFO.
Arbeiten Sie auch remote?
Teilweise. Die ersten Wochen eines Mandats gehören vor Ort — Finanzverantwortung ohne Kenntnis der Menschen und Abläufe funktioniert nicht. Danach ist ein hybrider Rhythmus die Regel, etwa zwei bis drei Präsenztage pro Woche.